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Fußball - und ein Sieg für die Integration (17.02.2016)

Neuötting. Spielerisch lernen – das steht hinter dem Titel "Fußball trifft Kultur" (FtK). Das Projekt, das seit 2013 an der Max-Fellermeier-Schule dafür sorgt, dass Kinder mit Migrationshintergrund schnell die deutsche Sprache lernen und sich über den Fußball auch schneller als Team finden und sich integrieren können, hat am Freitag eine dicke Spende bekommen: 5000 Euro gab der Lions Club Neuötting, 5000 Euro kamen von der Firma Wacker und 1000 Euro von der Stadt Neuötting.


 

Das Fußball-Team und seine Förderer (im Hintergrund) freuen sich über die große Spende von Lions, der Firma Wacker und der Stadt Neuötting.


Ziel ist es, das Projekt, das in den ersten zwei Jahren von der Bundesligastiftung voll finanziert worden war, auch in diesem Jahr auf finanziell sichere Beine zu stellen. Seit September 2013 ist Neuötting Teil des bundesweiten Netzwerkes – und einer der wenigen Standorte (zur Zeit) ohne Bundesliga-Clubs.


Das liegt unter anderem daran, dass MdB Stephan Mayer und Kurt Gaugler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung und ehemals Manager beim SV Wacker, sich in Berlin trafen und sich einig waren: Da müssen wir was für unsere Region machen. Gesagt, getan – Neuötting steht nun in einer Reihe mit bundesweit 23 Projektgruppen an 14 Standorten.




Und nach dem offiziellen Teil wurde erst einmal eine Runde Fußball gespielt – weil: Unter anderem ging es ja um eben diese schönste Nebensache der Welt. − Fotos: Lambach



"Fußball trifft Kultur" kombiniert Fußballtraining, Förderunterricht und kulturelle Aktivitäten: So werden das soziale und kommunikative Verhalten der Kinder verbessert, ihre Motivation zum Lernen gestärkt und ihr Interesse für kulturelle Themen geweckt. Die Begeisterung für den Fußball und die Verbindung zu den Clubs vor Ort dienen den Kindern dabei als Antrieb. Keine Frage, dass ein Training mit Mario Demmelbauer, sportlicher Leiter des SV Wacker Burghausen, richtig viel Spaß macht.


Richtig viel Spaß machte den Teilnehmern bei der Scheckübergabe am Freitag, die im Rahmen einer Schulversammlung stattfand, nicht nur die Tatsache, dass es einen dicken Geldregen gab. Spaß machte unter anderem auch ein Teilnehmer der FtK-Gruppe: Der neunjährige Azimi San aus Afghanistan interviewte seine Fußballgruppen-Partner und die Sponsoren – und zwar so souverän, so selbstverständlich, als täte er in seiner Freizeit nichts anderes. Kein Wunder, dass Stephan Mayer auf Azimi Sans Frage, warum er sich engagiere, erst einmal nicht beantwortete: Stattdessen machte er dem Viertklässler in Hemd und blauschwarzem Jackett erst einmal "ein Riesen-Kompliment: Dir steht eine Riesen-Karriere als Moderator bevor", prophezeite er dem jungen Mann aus Afghanistan.


Mayer sprach davon, dass mit dem Projekt auf eine "sehr einfache Art und Weise neue Schüler integriert werden können". Gemeinsam mit Kurt Gaugler war er der Meinung, dass nicht nur große Städte, sondern auch die heimische Region mit der Teilnahme an diesem Projekt unterstützt werden sollten. Der Partner, der die der (lokalen) Sponsoren verwaltet, ist die gemeinnützige Gesellschaft LitCam in Frankfurt, für die Karin Plötz in Neuötting vertreten war. Sie dankte den drei Sponsoren vor Ort, die nun dafür sorgen, dass das Projekt weitergeführt werden kann.


Für die Wacker-Chemie sagte Klaus Angermaier, man unterstütze das Projekt gern, weil die Kombination von Sport und Sprachunterricht vor dem Hintergrund von Migration in Deutschland ganz neue Dimensionen erfahren habe. Er wünschte den Schülern, dass "die Nachhaltigkeit, die ihr in die soziale Arbeit gesteckt habt, auch weitergeht".


Für den Lions-Club Neuötting sagte Präsident Alfred Kanizsay, das Projekt leiste einen ganz wichtigen Beitrag in der schulischen Aufgabe, die Grundwerte zu lehren und soziale Kompetenzen zu vermitteln. Von daher unterstütze der Lions-Club das sehr gerne – zumal er an der Schule unter anderem durch das Patenprojekt Partner sei.


Bürgermeister Peter Haugen-eder sprach von einer sehr großen Freude, wenn man sehe, "wie hervorragend das Projekt angenommen wurde". So hatten die Neuöttinger bei einem Abschlussturnier den Fairness-Pokal gewonnen – auch das, so Haugeneder, ein hervorragender Erfolg. Die Stadt Neuötting habe mit 1000 Euro einen kleinen Obolus dazu beigetragen, dass das Projekt weitergehen kann, so Haugeneder.


In der Schule selbst ist Anja Hagenberger die Projektkoordinatorin. Sie informierte, dass 17 Kinder in zwei Gruppen einmal in der Woche eine Trainingseinheit und einmal in der Woche eine Deutsch-Unterrichteinheit hätten. Höhepunkte des Projekts seien natürlich auch die Ausflüge. Ganz oben an standen in den vergangenen beiden Jahren die Fahrten zu den Abschlussspielen nach Hamburg oder in die Arena auf Schalke, von denen dem Publikum bei der Spendenübergabe eine Bilderschau präsentiert wurde. − ina


(Quelle: PNP; Alt-Neuöttinger-Anzeiger; Artikel vom 16.03.2016)